Christoph Gufler "Starke ArbeitnehmerInnen = Starke Gemeinden" 


Vorsitzender Christoph Gufler

"Starke ArbeitnehmerInnen = Starke Gemeinden"

Werte Ehrengäste!
Geschätzte MandatarInnen!
Liebe Anwesende!

Wie geht es Ihnen?
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber für mich ist Urlaubszeit immer auch Lesezeit. Dabei bin ich heuer auf einen Text von George Luis Borges gestoßen, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Er lautet: „Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich mehr auf die Menschen achten, denen ich begegne. Ich würde merken, ob es ihnen gut geht oder nicht. Und ich würde mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben vor mir hätte.“ Meine Frau und meine Kinder haben diese Aussagen so gut gefunden, dass sie sie noch heute manchmal zitieren. Wobei sie dabei merkwürdigerweise immer nur mich anschauen. Aber ich habe noch ein zweites Zitat aus meiner Urlaubslektüre für Sie. Sie brauchen keine Angst zu haben, es ist das letzte. Es lautet: „Der erste und oft schwerste Schritt besteht darin, klar zu denken.“ Es steht in einem Buch des ehemaligen amerikanischen Sozialministers in der Clinton Ära, Robert Raich und hat den hierzulande fast ketzerischen Titel „Superkapitalismus – Wie die Wirtschaft unsere Demokratie untergräbt“. Ich habe diese beiden Zitate nicht deshalb gebracht, um Sie glauben zu machen, dass ich mich sogar im Urlaub nur mit Arbeit beschäftige. Sondern weil ich finde, dass diese beiden Texte viel mit dem zu tun haben, weshalb wir heute hier am schönen Ritten sind. Und damit Sie sehen, dass ich mir die Sache sehr wohl selbst zu Herzen nehme, möchte ich an Borges anknüpfen und Sie fragen: Wie geht es Ihnen?

Sind sie zufrieden damit wie es ist?
- Sind sie zufrieden damit wie es ist?
- Wenn Sie an Ihrem Dorf, an Ihrer Gemeinde interessiert sind und daran welche Chancen Ihre Kinder haben,
- und wenn Sie infolge dessen versuchen sich einzubringen in Ihrem Dorf, in Ihrer Gemeinde, wie geht es Ihnen dabei?
- Haben Sie das Gefühl, Sie sind sehr willkommen, wenn es darum geht bei einem Fest mitzuhelfen, Buben oder Mädchen auf dem Sportplatz zu betreuen, Vorträge zu organisieren, in den Kindergarten- und Schulgremien, im Bibliotheksrat, im Bildungsausschuss und im Altersheim ehrenamtlich zu arbeiten, für die Anliegen der Familien, der Alleinerziehenden, der Senioren, der Menschen mit Beeinträchtigung, der Jugend da zu sein, usw.?
- Haben Sie dieses schöne Gefühl sehr willkommen zu sein, auch dann, wenn Sie im Ortsausschuss Ihrer Partei, im Gemeinderat oder gar im Gemeindeausschuss sitzen und sich beispielsweise für die Errichtung eines öffentlich zugänglichen Bolzplatzes einsetzen, wenn Sie für die Anstellung eines hauptamtlichen Jugendarbeiters sind, wenn Sie glauben, dass es in Ihrem Dorf eine Kitas oder einen Seniorentreff braucht, wenn Sie gegen die Umwidmung eines Kastanienhaines in Obstwiese sind oder nicht einsehen wollen, dass die Obstmagazine keine ICI bezahlen?
- Finden Sie es ok, wenn ein relativ kleiner Teil der Menschen in Ihrem Ort, in Ihrer Gemeinde, in unserer Heimat, ganz selbstverständlich und ganz selbstbewusst darüber entscheidet, was für Sie und Ihr Dorf, was für Ihre Gemeinde und Ihr Land gut ist?
- Und haben Sie sich überlegt, warum uns dieses gesunde Selbstbewusstsein oft nicht zugestanden wird bei der Sitzung im Ortsausschuss und im Gemeinderat?
- Wo wir es doch sind, die mit unseren Steuern den größten Teil der Mittel bereitstellen, über welche in diesen Gremien verfügt wird?
- Wo wir es doch sind, die den Großteil der ehrenamtlichen Arbeit im Dorf verrichten?
- Sind Sie zuversichtlich, dass Sie und Ihre Kinder auf diese altbewährte Art und Weise Ihr Leben und Ihre Zukunft gut meistern werden können?

... die komplette Rede kann als PDF-Datei herunterladen werden.