Rede
Impulsreferat des Landesvorsitzenden Christoph Gufler bei der Klausur der ArbeitnehmerInnen am 16.07.2011
Liebe Arbeitnehmerinnen, liebe Arbeitnehmer! Geschätzte Ehrengäste!
Wahrscheinlich, weil heute in Wien Otto von Habsburg beigesetzt wird, ist mir eine kleine Anekdote aus der K.u.K.-Zeit eingefallen, die ich euch erzählen möchte:
- Es war noch vor dem 1. Weltkrieg, da lud der Kaiser von Äthiopien die Gesandten Österreichs und Deutschlands zu einer Audienz. Dabei verkündete er ihnen, dass er demnächst die Regierungsgeschäfte seinem Neffen übergeben werde. „Kaiserliche Hoheit, warum dem Neffen und nicht ihrem Sohn?“, fragte der deutsche Gesandte. „Weil der Neffe an mein Volk und der Sohn nur an die Erhaltung seiner Privilegien denkt“, antwortete der alte Monarch. Nach der Audienz sagte der österreichische Gesandte zu seinem deutschen Amtskollegen: „Exzellenz, geben wir es auf, wir werden diese Leute nie verstehen…“.
Warum ich ihnen diese Geschichte erzähle? Auch bei uns in Südtirol steht in zwei Jahren ein Regierungswechsel an. Zumindest und auf jeden Fall wird es 2013 Landtagswahlen geben. Ich denke, wir, sollten uns deshalb schleunigst Gedanken machen, ob wir in Zukunft von Söhnen regiert werden wollen, oder ob wir dafür kämpfen, dass diejenigen die Wahl gewinnen, die an das Volk denken. Das Volk, das sind nämlich wir ArbeitnehmerInnen.
Als politische Kraft, welche die Vertretung der großen Mehrheit der SüdtirolerInnen seit über 35 Jahren auf ihre Fahne geschrieben hat, tragen wir in dieser Zeit eine große Verantwortung.
Der erste und wichtigste Schritt um dieser Verantwortung gerecht werden zu können, besteht darin, dass wir uns ihrer bewusst sind. Niemand, wenn nicht wir ArbeitnehmerInnen in der SVP, ist wirklich willens und auch in der Lage, die Interessen und Anliegen der ArbeitnehmerInnen und das heißt, des größten Teiles der Südtiroler nachhaltig und wirksam zu vertreten.
Dazu haben wir uns vor fast vierzig Jahren zusammengeschlossen, dafür haben wir seitdem gekämpft, dieser unserer Aufgabe und Pflicht werden wir auch heute und morgen gerecht werden. Dies können wir aber nur im vollen und notwendigen Umfang tun, wenn es uns gelingt noch mehr als bisher die vielen Menschen in unserem Land, die eine gerechtere und bessere Gesellschaft wollen, von unserer Politik zu überzeugen.
Wir müssen ihnen helfen zu begreifen, dass wir ArbeitnehmerInnen in der SVP die einzige politische Kraft sind, die es ernst meint mit dem Volk, weil wir selber dazu gehören. Es geht darum das Vertrauen in die ArbeitnehmerInnen zu festigen. Mein Ziel ist es, dass die Menschen sagen: Auf die ArbeitnehmerInnen kann man sich verlassen. Doch wenn wir wollen, dass die Menschen draußen vertrauen, müssen wir uns zuallererst einmal selbst vertrauen! Wenn wir uns einmal bewusst anschauen, wie Südtirol war bevor es die ArbeitnehmerInnen in der SVP gegeben hat und wie es heute ist, dann werden wir den Unterschied merken.
Wenn wir uns nicht dauernd von den Zwischenrufen anderer ablenken lassen, wenn wir genau hinschauen, dann werden wir sehen, dass dieses Vertrauen in die ArbeitnehmerInnen und ihre politische Arbeit gerechtfertigt ist...
Die ganze Rede des Vorsitzenden Christoph Gulfer kann als PDF heruntergeladen werden.



